Dreieich Segelclub Langen

Praxisprüfung SBF-Binnen für Antriebsmaschine und Segel am 5.6.2016

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Prüfungstag, Sonntag 5.6.2016, 07:00 Uhr, Nebel, totale Flaute.

Eine Stunde später, es wird heller, die Sonne scheint langsam durch den Nebel zu dringen, aber noch kein Anzeichen auch nur eines Windhauchs.

08:30 Uhr, die ersten Prüflinge trudeln ein. Jedes mal die gleiche Frage: Wie sollen wir da Segelprüfung machen? Wird der Wind kommen? Wird die Prüfung abgebrochen? Oder erst gar nicht begonnen? Immer die gleiche Antwort: Bisher wurde noch nie eine Prüfung abgesagt.

Kurz vor 09:00 Uhr, die Prüfer sind gekommen. Leider nur zu dritt, bei vier Prüfern könnten jeweils zwei Teams prüfen. Ein Zweierteam Motorboot und ein Team Segeln. Vorsitz der Prüfungskommission hatte Roger Lenhart, den sicherlich einige von euch noch aus seiner aktiven Zeit als Vereinsmitglied kennen.

Kurz nach 09:00 Uhr, es gibt letzte Hinweise seitens der Prüfungskommission, auf was ein besonderes Augenmerk gelegt wird. Beim Anlegen am Pram darf das Boot von niemanden festgehalten werden, es muss immer mit der Vorleine so fest gemacht werden, als würde man von Bord gehen. Damit sich die Prüflinge nicht an den Relingsstützen oder Pfosten fest machen müssen, haben wir nach frei verfügbaren Klampen gesucht und Björn, der seid letztem Jahr die praktische Ausbildung organisiert, hat noch schnell vier Festmacherklampen am Pram angebracht. Wohl dem, bei dem das belegen an der Klampe mit Kopfschlag bereits als Segelschüler in Fleisch und Blut übergegangen ist.

09:10 Uhr offizieller Beginn der Prüfung. In seiner Begrüßungsansprache startete der Obmann der Prüfungskommission mit einem Vergleich, welcher Sinngemäß folgendermaßen lautete: Auf denn Straßen gibt es die LKW, das sind auf dem Wasser die großen Frachtschiffe, dann gibt es die Busse, vergleichbar mit den vielen Fahrgastschiffen, die PKW kann man mit den Motoryachten vergleichen. Und mitten drin sind wir, Fußgänger und Radfahrer auf der Straße, auf dem Wasser natürlich wir mit der Jolle. Na klar, kommt uns auf unserem Segelrevier hier am Langener Waldsee wohl kaum ein Schiff der Weißen Flotte entgegen, aber der Eine oder die Andere bewegen sich ja doch auch auf anderen Gewässern.

Da muss dann auch alles geregelt sein, deshalb machen wir die Ausbildung. Der Obmann wies darauf hin, dass auch im Bereich Wassersports Zahl der Verkehrsverstöße steigt. Der Prüfungsausschuss Hessen, verdeutlichte er, werde sich, was die Qualität bei den Prüfungen zum SBF-Binnen/See und SKS betrifft, nicht an einer Abwärtsspirale beteiligen, und die Prüflinge nicht einfach so durch die verschiedenen Prüfungen winken.

Große Aufregung bei einigen Teilnehmern verursachte die anschließende Feststellung der Personalien durch Vorlegen eines entsprechenden Ausweisdokumentes. Panik, vier oder fünf Prüflinge waren ohne Ausweis gekommen. Heimfahren und den Perso holen, oder besser noch, jemand bringt ihn zum DSCL.

09:20 Uhr die ersten Knoten werden gemacht. Wer bei der Knotenkunde fit ist, und nicht nur die Knoten machen kann, sondern auch erklären kann für welchen Einsatzzweck man sie benutzt, darf weiter an der Prüfung teilnehmen und aufs Boot.

Bis es soweit ist, nehmen die Ersten ihr zweites Frühstück in Form von Kaffee und lecker Kuchen zu sich. Denn unsere Küchencrew ist auch bereits zu früher Stunde erschienen und sorgt für die Verköstigung an diesem sicherlich lang werdenden Tag.

So gegen 10:00 Uhr befinden sich zwei der Prüfer und die Führerscheinaspiranten auf dem Weg zum Offenbacher Ruderverein an den Main. Dort nutzen wir deren Motorboot für Training und Prüfung des Maschinenteils SBF-Binnen. Unsere beiden Uwes warten bereits darauf loszulegen, denn mittlerweile steht die Sonne am Himmel und auf dem Main gibt es keinen Schatten.

11:00 Uhr, das einzige was sich in der Luft bewegt, ist ein verführerischer Duft nach Essen. Die Köche bieten ein Schaukochen unter freiem Himmel. Es werden Hamburger vorbereitet, 10 kg Rinderhack wollen portioniert und gebraten sein. Rund um den Gasherd herrschen bereits tropische Temperaturen und der Schweiß läuft den Akteuren hier nicht minder stark wie unseren Prüflingen auf dem Main.

12:00 Uhr, die Luft bewegt sich keinen Millimeter, alle Vorbereitungen zum Segeln sind getroffen, wir warten auf Wind und auf die zurückkommenden Motorbootfahrer vom Main. Dort hat mittlerweile eine Prüfungsteilnehmerin für die einzige Abkühlung gesorgt, als sie das Motorboot samt Besatzung geflutet hat. Eine imposante Welle, ausgelöst von zwei Schubverbänden, hatte sie so unglücklich genommen, dass sogar die CO2 Patrone der Rettungsweste von Uwe2 ausgelöst wurde.

Ca. 13:00 Uhr, es bewegt sich etwas auf dem Wasser. Björn hat den Pram bereits früh bereit gemacht und ist jetzt auf dem Sprung, dass es endlich los geht.

Aber auch die drohenden Gewitter sind bereits angekündigt.

Ein Regattasegler würde nur müde lächeln und das nächste Bier einschenken, aber wir müssen irgendwie die Prüfung weiterbringen, damit heute Abend möglichst viele Teilnehmer ihren Führerschein mitnehmen können. Einige Segelschüler sind mittlerweile zurück, aber wir warten auf die Prüfer, da immer mindestens zwei Prüfer zugegen sein müssen. Das Glück und die Treue von Karin Leonhard, langjähriges Vereinsmitglied, sind uns wohl gesonnen, denn sie gehört mit zum Prüfungsteam des Prüfungsausschuss Hessen. Eigentlich hatte sie keinen Einsatz und wollte nur ein paar schöne Stunden am See verbringen, aber die Zeit wird immer enger, der Wind etwas besser und so nutzte der Vorsitzende des PA-Hessen das Angebot von Karin, kurzfristig als Prüferin mitzuwirken. Und sie ist mit auf den Pram gestiegen und sie hat mit geprüft. Vielen Dank, denn das Wetter wurde wirklich sehr kritisch, es zeigten sich mit dem einsetzenden Wind bereits die ersten Gewitterwolken.

14:00 Uhr die Motorboot-Trainer sind zurück und können endlich in den Schatten.

Der weitere Verlauf der Prüfung verlief dennoch sehr zäh. Langsame Segelmanöver zehren an der Geduld der Segelschüler und so manches BüB-Manöver ist wahrlich verhungert. Bei dem Taxiboot-Dienst, den Robert und Uli für die Segelprüflinge gemacht haben, damit diese nicht die lange Wegstrecke zwischen Pram und Steg absegeln müssen, gab es wahrscheinlich die beste Abkühlung durch den Fahrtwind. Dennoch waren am Ende beide ordentlich durchgeschwitzt.

14:30 Uhr, die vorhergesagten Gewitter kündigen sich jetzt persönlich an. Aus Richtung Neu-Isenburg kommt ein erstes Donnergrollen und der Himmel verdunkelt sich. Als auch hinter dem Clubhaus der Himmel dunkel wird, machen wir ein weiteres Motorboot klar um ausreichend vorbereitet zu sein und schneller reagieren zu können.

Da es nicht direkt nur böig war, sondern ein Wechsel zwischen gutem Segelwind und Flaute, machte dann den Segelprüflingen auch so manches Manöver zunichte. Wenn beim BüB-Manöver der Wind plötzlich vor dem Aufschießer schon weg ist, muss man schon etwas geübt sein, um die Boje noch richtig anzusteuern. Wer hier keine guten Nerven bewahren konnte, hatte bei der Prüfungskommission schlechte Karten.

16:00 Uhr die Prüfung ist vorbei, für zwei Teilnehmer leider mit einem unguten Gefühl. Die Prüfer ziehen sich zur Beratung zurück und die Jollen werden gemeinsam eingepackt. Das letzte Mal für diese Ausbildungssaison. Jetzt steht die gesamte Flotte wieder komplett dem freien Segeln für Vereinsmitglieder zur Verfügung.

Die jetzt entspannten Prüfungsteilnehmer schlagen nun nochmal bei Kaffee und Kuchen oder herzhaft bei den Hamburgern zu. Die waren aber auch wirklich lecker.

16:30 Uhr Führerscheinausgabe, über 90% unsrer Prüflinge habe Nervenstärke bewiesen und haben einen Führerschein erhalten. Super Ergebnis.

Sehr gut sieht das Ergebnis bei den 18 Motorbootprüflingen aus. Hier hat eine Teilnehmerin nicht ausreichend Punkten können und somit die Motorboot-Prüfung nicht bestanden.

Von unseren 20 Segelprüflingen haben leider die beiden Teilnehmer mit dem unguten Gefühl die Segelprüfung wirklich nicht bestanden. Darunter leider auch die Teilnehmerin, die im Motorteil gepatzt hat, somit die einzige ohne offizielles Dokument am Ende der Prüfung. Alle spenden Trost mit lieben Worten, was aber auch nicht so richtig hilft. Wir hoffen die zwei bleiben dran und starten einen weiteren Anlauf um den Führerschein zu erhalten.

18:00 Uhr so langsam kehrt wieder Ruhe ein. Die Küchencrew und die Ausbilder machen, unter mithilfe der letzten noch anwesenden Prüflinge, wieder „Klar Schiff in und ums Clubhaus. Die Gewitter haben sich rundherum aufgebaut, aber bis jetzt bleiben wir davon verschont und so kommen wir noch trocken nach Hause.

Mittwoch 16.11.2016 19:30 Uhr Start der nächsten Ausbildungssaison mit dem Theoriekurs.

Wer Lust hat uns in der kommenden Saison bei der prakt. Ausbildung zu unterstützen und seine Arbeitsstunden zu leisten, kann sich gerne bei mir oder Björn Janssen melden.  ausbildung.binnen@dscl.de

 

Bernd Best

Prüfungsansprache                                              Knotenprüfung - Wie geht der Palstek nochmal?

Anstehen für den Lohn der Arbeit                         Stolze Führerscheininhaber

 

Zuletzt geändert am: 12 Jun 2016 um 18:49:56

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