Bericht vom Fahrtenseglerabend am 23.01.

Autopiloten an Bord – Technik, Einsatz und Sicherheit

Der erste Fahrtenseglerabend des Jahres widmete sich einem Thema, das für viele Skipperinnen und Skipper zum festen Bestandteil des Bordalltags geworden ist: dem Einsatz moderner Autopiloten.

In einem kompakten und anschaulich gestalteten Vortrag vermittelten Frank Sennhenn und Armin Röder einen fundierten Überblick über aktuelle Systeme, ihre technischen Grundlagen sowie die Risiken, die im täglichen Gebrauch häufig unterschätzt werden.

Zu Beginn wurden die gängigen Autopilot-Typen vorgestellt – von einfachen Pinnenpiloten über Radsteuerungsanlagen bis hin zu robusten Unterdeckantrieben und energieunabhängigen Windfahnensteuerungen. 

Während Pinnenpiloten vor allem auf kleineren Booten zum Einsatz kommen und sich leicht montieren lassen, bieten Radsteuerungs-Autopiloten eine umfangreiche Sensorik und lernende Algorithmen, sind jedoch nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt. Unterdeckantriebe gelten als besonders zuverlässig und langlebig, erfordern jedoch eine feste Installation und sind meist nicht nachrüstbar. Windfahnensteuerungen wiederum arbeiten vollständig energieunabhängig und sind daher ideal für Langfahrten, zeigen jedoch in engen Revieren eine geringere Kursstabilität.

Im Anschluss ging es um die Bedienung moderner Autopiloten. Die Kursvorgabe erfolgt heute meist per Tastendruck oder Drehknopf, wahlweise nach magnetischem Kurs oder Windwinkel. Funktionen wie die Kalibrierung von Deviation und Ruderausschlag, verschiedene Betriebsmodi für Regatta, Cruising oder Langfahrt sowie Wegepunktsteuerung, Autorouting und automatische Wenden verdeutlichen, wie wichtig eine sorgfältige Einrichtung und regelmäßige Kontrolle ist, um die Systeme sicher zu nutzen.

Besonders eindrücklich waren die geschilderten Unfallbeispiele, die zeigen, wie schnell technische Unterstützung zur Gefahr werden kann, wenn Aufmerksamkeit und Ausguck vernachlässigt werden. 

  • Santa Cecilia (Hamburger Hafen): Ein blockierter Autopilot führte nach einem zunächst harmlosen Zwischenfall zu einem unkontrollierten Aufprall auf die Kaimauer.
  • Wildlife & Planet (Nord-Ostsee-Kanal): Beide Schiffe befanden sich in einer Kurve unter Autopilot – ohne Ausguck und ohne besetzten Steuerstand.
  • Sinfonie (Flensburger Förde): Bei achterlichem Wind kam es unter Segeln zu einer Patenthalse, nachdem der Steuermann den Steuerstand verlassen hatte. Der Unfall endete tragisch.

Alle Fälle machten deutlich, dass Autopiloten wertvolle Helfer sind, aber niemals eine wachsame Crew ersetzen.

Abgerundet wurde der Abend durch Berichte über praktische Erfahrungen aus dem Segelalltag. Dazu gehörten Störungen durch Starkstromkabel, Kursabweichungen unter Gennacker, Herausforderungen in engen Schären, GPS-Spoofing und -Jamming sowie Kalibrierungsfehler durch metallische Gegenstände in der Nähe des Fluxgate-Kompasses. Diese Beispiele unterstrichen, wie wichtig eine saubere Installation und regelmäßige Überprüfung der Systeme bleibt.

Der Fahrtenseglerabend bot damit einen praxisnahen und zugleich fundierten Überblick über Technik und Sicherheit rund um Autopiloten. 

Die nächsten Termine der Fahrtenseglerreihe stehen bereits fest:

  • 30.01. – Seewetter
  • 20.02. – Törn Rund Seeland
  • 06.03. – DSCL-Flottille

Darüber hinaus gibt es eine besondere Gelegenheit für alle, die Lust haben, aktiv mitzuwirken: Der DSCL wird Teil der Kieler Woche 2026 und nimmt an der Marine-Kutterregatta teil. Die Marine stellt den Kutter, und die Crew wird während der Veranstaltung im Zeltlager auf dem Marinestützpunkt untergebracht. Eine hervorragende Chance, den Verein auf einem der größten Segelsportereignisse Europas zu vertreten. Interesse bitte bis 05.02. an info@dscl.de senden.

Der Verein freut sich auf weitere informative Abende und eine rege Teilnahme der Mitglieder.